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Laser Sicherheit DocTattooentfernung 2017
Die neue OStrV* ist seit dem 30.11.2016 in Kraft!  *Die „Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV)“ stellt die gesetzliche Grundlage für den Laserschutz dar.    Der „neue“ Laserschutzbeauftragte  Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die neue OStrV am 3.12.2016 veröffentlicht. Diese ist somit in Kraft getreten und bringt einige wesentliche Änderungen für die Aufgaben der Laserschutzbeauftragten mit sich.  Die Laserschutzbeauftragten sind nun per Verordnung verpflichtet, an der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung mitzuwirken. Hierfür sind umfangreiche Kenntnisse erforderlich.  Die Laserschutzbeauftragten haben ab sofort die Sicherheit der Lasereinrichtung zu gewährleisten. Dies bedeutet mehr Verantwortung.  Die Laserschutzbeauftragten müssen sich regelmäßig weiterbilden. Was regelmäßig heißt, wird derzeit noch geklärt. Es ist aber relativ sicher, dass eine Auffrischung mind. alle 5 Jahre in Auffrischungskursen zu erfolgen hat.  Laserschutzbeauftragte, die nur nach der DGUV Vorschrift 11 (BGV B2) ausgebildet wurden, müssen ebenfalls an einem Auffrischungskurs teilnehmen. Bis wann dies durchzuführen ist, wird ebenfalls noch geklärt.  Die Begrifflichkeit der „Sachkunde“ wurde in „Fachkenntnisse“ geändert.    Auffrischungsseminare zur neuen OStrV  Die Akadamie für Lasersicherheit Berlin bietet in Kooperation mit der Beuth Hochschule für Technik ab sofort Auffrischungsseminare für Laserschutzbeauftragte zur neuen OStrV mit dem Schwerpunkt Gefährdungsbeurteilung an.  Der nächste Kurs findet am 30.1.2016 statt.  Fachkundeseminar für Laserschutzbeauftragte  Die übliche Ausbildung zu Laserschutzbeauftragten reicht für die Qualifizierung als fachkundige Person für die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung und für Berechnungen zum Laserschutz in der Regel nicht aus.  Wir bieten zweimal jährlich 3-tägige Seminare für Fachkundige für die Gefährdungsbeurteilung und Berechnungen zum Laserschutz an.  Das nächste Fachkundeseminar findet vom 14.-16.2.2017 statt.  Zielgruppe:  Ingenieure, Naturwissenschaftler, Techniker, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Mediziner  Ziele:  Erwerb der Befähigung zur fachkundigen Durchführung der Gefährdungsbeurteilung von Laserarbeitsplätzen nach OStrV  Erwerb der Fachkunde zur Berechnungen zum Laserschutz  Erwerb der Fachkenntnisse für Laserschutzbeauftragte    Die Teilnehmer/innen sind nach erfolgreichem Abschluss in der Lage, die Gefährdungsbeurteilung eines Laserarbeitsplatzes incl. der Berechnungen fachkundig nach der OStrV durchzuführen. Weiterhin beinhaltet der Abschluss die Fachkenntnisse für Laserschutzbeauftragte und damit die Befähigung als solcher tätig zu sein.  Ab sofort haben Sie die Möglichkeit, sich für den Kurs vom 14.-16. Februar 2017 über unsere Webseite www.laserstrahlenschutz.com anzumelden. Ehemalige Teilnehmer/innen an unseren Laserschutzkursen erhalten einen 5%igen Rabatt. Bitte geben Sie dies bei der Anmeldung an.    Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter anderem auch hier: http://www.laserstrahlenschutz.com/    Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV) OStrV Ausfertigungsdatum: 19.07.2010 Vollzitat: "Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung vom 19. Juli 2010 (BGBl. I S. 960), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 30. November 2016 (BGBl. I S. 2681) geändert worden ist" Stand: Zuletzt geändert durch Art. 2 V v. 30.11.2016 I 2681 Bitte hier weiterlesen >> .
picture of sabers © ifh85 Fotolia for Doctare GmbH 2016
Nach Auswertung einer der letzten Befragungen rund um das Thema Tätowierung und wie man sie entfernen kann, wird in dermatologischen Fachkreisen davon ausgegangen, dass gegenwärtig mehr als eine halbe Million Menschen auf ihre gestochenen Hautbildchen lieber verzichten oder sie verändern würde. Aus verschiedenen Gründen möchten 5-6 % nach 10-15 Jahren ihr Tattoo loswerden, was heute dank moderner Lasertechnik leichter zu realisieren scheint als in der Vergangenheit.       Kann man einfach annehmen, dass Pikosekunden-Laser besser seien als Nanosekunden-Laser?   Im Bereich der dermatologischen Laserentwicklung werden seit ein paar Jahren kontinuierlich Verbesserungen in der Technik erzielt. Seit Ende 2012 wird der Pikosekunden-Laser von manchen Portalen als ein Quantensprung in der Tattoo- und Pigmententfernung gefeiert. Im Speziellen wird der Alexandrit-Laser „PicoSure“ des Herstellers Cynosure (Wellenlänge 755nm) als Vorreiter kommuniziert. Die verkürzte Dauer seines Laserimpulses – eben Piko statt Nano, von Milliardstelsekunden zum Bereich der tausend Milliardstelsekunde – wird mit einer Verkürzung der Behandlungsdauer und effizienteren Zertrümmerung der anvisierten Tattoo-Pigmente in der Haut assoziiert. Zumindest in der Wahrnehmung des interessierten Publikums. Zudem sollte die Laserlicht-Wellenlänge von 755 Nanometer und die enorme Energieleistung des PicoSure-Lasers auf alle gängigen Tattoo-Farben reagieren. Dass dies nicht ganz der Fall war, erkannten die Anwender recht bald. Neben einer weiteren Lichtwellenlängenfunktion von 532nm wurde auch ein sog. Booster für eine größere Energieleistung des Alexandrit-Lasers integriert (Wellenlänge 1064nm ist in der FDA Zulassungsprüfung und wurde für die zweite Hälfte 2016 angekündigt). Einige internationale Laserhersteller erkannten dabei ihr Potenzial für ihre Nd:YAG-Laser, sprangen auf den Piko-Zug auf und rüsteten auf eben diese billionstel Sekunden kurzen Laserimpulse um. In jüngster Zeit hat es zu einem dieser medizinischen Laser herstellerunabhängige Studien gegeben, deren wichtigste Ergebnisse wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten.   Die Untersuchung   Als Goldstandard in der Laser-Tattooentfernung gilt bis heute der Q-switched Nd:YAG-Laser mit seinen Laserlicht-Wellenlängen von 1064 und 532 Nanometer. Dennoch konnte es im Einzelfall passieren, dass eine Reihe von tätowierten Farbpartikeln nicht durch das Laserlicht getroffen und zersprengt wurde. Theoretisch scheint es schlüssig, dass nur kürzer gepulste und energiereiche Laser im Pikosekundenbereich das Problem lösen könnten, weil sie – grob gesprochen – vorbei an der üblichen Photothermolyse der „alten Geräte“ nun im photoakustischen Laserimpulsbereich mit Energieleistungen eines mittleren Kernkraftwerks arbeiten und besser zur Größe, Einbringungstiefe und Farbgebung des anvisierten Partikels passen. Die nun kalte Ablation bzw. Absorbtion der photoakustisch arbeitenden Lichtsysteme soll für eine bessere, schnellere und schmerzärmere Clearance-Rate (Verblassen der Tätowierung) sorgen. Um zu überprüfen, ob das auch in der Praxis zutrifft, haben Professor Dr. med. habil. Christian Raulin und seine Kollegen eine Einfachblindstudie mit 21 Patienten (11 Frauen und 10 Männer) an insgesamt 30 Tattoos durchgeführt. Sie teilten die durchweg schwarzen Tätowierungen ihrer Probanden in zwei Zonen ein, um eine Hälfte mit einem Nanosekunden-Laser (MedLite® C6 von Cynosure, 5 Nanosekunden lt. Herstellerangaben) und die andere mit einem Pikosekunden-Laser (Picoway® von Syneron-Candela, 450 Pikosekunden lt. Herstellerangaben) zu behandeln. Wohlgemerkt: Beide Lasersysteme sind Nd:YAG Laser! Welche Seite des Tattoos mit welchem Laser behandelt werden sollte, wurde durch eine Zufallsauswahl bestimmt. Die beiden Lasersysteme wurden dabei immer von derselben Person geführt.   Megakurzer-Laserimpuls vs. ultramegakurzer-Laserimpuls   Die durchschnittlich 38 cm² großen Tattoos, zur einen Hälfte mit dem Nanosekunden-Laser und zur anderen mit dem Pikosekunden-Laser behandelt, wiesen nach zwei Sitzungen keine statistisch signifikanten – also über zufällige Abweichungen hinausgehenden – Unterschiede auf. Egal, ob mit kurzem oder ultrakurzem Lichtimpuls. Die beiden Hälften der jeweiligen Tätowierung verblassten vergleichbar. Zumindest für schwarze Tattoo-Mittel lässt sich hiernach also hinsichtlich der Effizienz kein Unterschied zwischen den beiden Lasertypen feststellen. Das sind jedoch nicht die einzigen Kriterien, an denen qualitative Unterschiede einer Behandlungsart bemessen werden können. Aus Patientensicht spielt nicht zuletzt die Schmerzintensität, die eine Behandlung mit sich bringen kann, eine bedeutende Rolle. Professor Raulin und seine Kollegen ließen die Patienten auf einer Skala von 0-10 (je höher der Wert, desto stärker das Schmerzempfinden) die jeweilige Laserbehandlung beurteilen. Dabei zeigte sich, dass der Nanosekunden-Laser bei durchschnittlich 7,9 (+/- 1) lag, während der Pikosekunden-Laser Schmerzempfindungen im Grad von 3,8 (+/- 1) bereitete. Eine Tattooentfernung mit einem Pikosekunden-Laser ist also tendenziell nur halb so schmerzhaft wie eine mit dem Nanosekunden-Laser. Auf der wirtschaftlichen Seite ergibt sich daraus die Frage, ob die Patienten bereit sind, für eine weniger schmerzintensive Behandlung die Mehrkosten einer Behandlung mit dem derzeit noch teureren Pikosekunden-Laser zu tragen. Wir stellen uns dabei zudem die Frage, mit was eigentlich ein Schmerzempfindungsgrad von 7,9 (+/- 1) genau vergleichbar ist, wenn 10 das Maximum der noch auszuhaltenden Gefühle eingrenzt. Ist da schon Licht am Ende des Tunnels und/ oder waren es die männlichen Probanden, die den Schmerzempfindungsgrad nach oben getrieben haben?   Warum kürzere Lichtpulse nicht pauschal als effektivere Lösung gelten können   Diverse Untersuchungen der Vergangenheit haben ergeben, dass die Unterschiede in der Pulsdauer eigentlich nur dann zum Tragen kommen, wenn das behandelte Gewebe mehr oder weniger durchlässig ist für das Laserlicht (Karsai, Bäumler, Raulin et al. 2016, 1). Außerdem geht die Idee der Anwendung von Laserlicht zur Entfernung von Tätowierungen auf die Erfahrungen der Photothermolyse, also der Auflösung einer Struktur durch Wärmeentwicklung bei organischem Gewebe zurück. Das Prinzip der Photothermolyse ist einfach auf Farbpartikel übertragen worden – trial and error. Bekannt ist, dass für die ursprüngliche Wirkung eines medizinischen Lasers auf ein Gefäß drei Dinge entscheidend sind: Dauer, Energiemenge und Wellenlänge des Laserimpulses. Die Schwachstelle der Idee besteht darin, dass ein Farbpigment kein Gefäß ist, sondern ein Fremdkörper im Gewebe, über dessen Zusammensetzung man zudem als Lasertherapeut kaum etwas weiß. Allein das ist ein weiteres Argument für die Einführung einheitlicher Standards und lückenloser Transparenz bei der Herstellung von Tätowierermitteln. Weil die Farben, vor allem die alten, im Kontrast zu neueren Pigmententwicklungen sind, gibt es also eine große Variabilität in der Wirksamkeit des kürzer gepulsten Laserlichts im Vergleich zum bisherigen Nanosekunden-Laser. Nebenbei sei bemerkt, dass bislang noch kein dermatologisches Lasersystem „speziell“ für die Entfernung von Tätowierungen entwickelt wurde. Die Beseitigung von Tätowierungen ist eine erfreuliche Anwendungserweiterung dieser (nicht nur dermatologischen) Medizintechnik.   Unerwartete Nebenergebnisse   Interessanterweise haben sich bei den bisherigen Untersuchungen zur Frage, ob Pulse im Pikosekundenbereich effektiver Tätowierungen entfernen als solche mit einer Dauer von Nanosekunden, unerwartete Nebenbefunde eingestellt. So wurde festgestellt, dass ein größerer Beleuchtungsdurchmesser und eine Steigerung der Anzahl der Teilchen, die durch die bestrahlte Fläche aufgenommen werden (Fluenz), einen relativ günstigeren Effekt auf das Gesamtergebnis haben. In der Tat ist also der Pikoway-Laser ein Quantensprung gegenüber einigen seiner Mitbewerber, wie dem MedLite-C6 Laser. Vorausgesetzt, man versteht, dass das hier einen sehr kleinen Zustandswechsel im subatomaren Bereich ausmacht, dass der eine mit variablen Laserspotgrößen von 2 – 10mm arbeitet und der andere mit 3, 4, 6 und 8mm – immerhin! Bedeutungsvoller ist der Qualitätsvorsprung aber gegenüber fernöstlichen Laser-Tischgeräten, die oft keine variable Laser-Spotgrößenverstellung aufweisen.   Für welches Lasersystem soll man sich denn nun speziell für die Tattooentfernung entscheiden?   Ganz einfach! Die Entscheidung ist so schwierig, wie die Wahl zwischen der richtigen Krawatte zum Anzug oder der Schuhe zum Kleid. Es gibt mittlerweile hunderte Laserhersteller, die den „effizientesten, effektivsten, schmerzärmsten, leistungsstärksten, bedienerfreundlichsten, speziell für die Tattooentfernung entwickelten Laser“ im Produktportfolio haben. Egal ob Alexandrit-, Rubin- oder Nd:YAG Laser. Unser Fazit bis heute und auf Basis unseres Know-hows der vergangen Jahre bei der Tattoo- und Pigmententfernung lautet: Die Eier legende Wollmilchsau unter den Lasersystemen gibt es noch nicht! Wer sich einen Pikosekundenlaser leisten kann und will, schafft ihn an. Wichtig: Unter den derzeitigen Pikosekunden-Lasersystemen gibt es aus unserer Sicht gravierende Unterschiede! Betrachtet man hingegen die Effektivität von Nanosekunden-Alternativen, so achten wir selber darauf, dass Lasersysteme mit Lichtimpulsen unter 8 Nanosekunden und mit ehrlichen Energien von mindestens 1000 Millijoule (1.0 Joule) im Bereich von 1064nm und 500 Millijoule (0.5 Joule) bei 532nm arbeiten. Für die Tattooentfernung keine DYE-Handstücke, aufgrund vom Problem der „thermischen Linse“. Hinzu kommt die verstellbare Laser-Spotgröße am Handstück. 2 – 10 Millimeter in Einserschritten justierbar, verändert die Laser-Energiedichte (Joule pro Quadratzentimeter), die Einfluss auf die Lichtabsorbtion vorrangig von tiefer liegenden Farbpartikel nimmt.   Den Unterschied zwischen Piko- und Nanolaser, der gerne in Bezug auf den photoakustischen und photothermischen Effekt von Anbietern gemacht wird, betrachten wir hier einmal aus unserer Sicht. Alle Laser, deren Lichtimpulsdauer unter 100 Millisekunden liegt, arbeiten im photomechanischen, optoakustischen oder photoakustischen Bereich. Der Effekt der kalten Ablation und Absorbtion wurde schon um 1880 von dem Tausendsassa Alexander Graham Bell beschrieben (Sie kennen ihn wahrscheinlich als Erfinder des Telefons). Für unser Kerngebiet der Tattoo- und Pigmententfernung ist wichtig, je effektiver der Laserimpuls und perfekter sein Tophat-Strahlenprofil (im Gegensatz zum Gauß-Strahlprofil), desto weniger Schmerzen und Gefahr von Kollateralschäden des behandelten Hautareals sind zu befürchten. Doch gilt es, stets die korrekten und äußerst individuellen Laser-Parameter-Einstellungen zum jeweiligen Kunden und dessen Tattoo zu finden, um einen perfekten „beschleunigten Phasensprung“ des Pigments zu erzeugen. Dazu zählt für uns neben der individuellen Hauttypbestimmung (nach Fitzpatrick I-VI) auch die Berücksichtigung der Monte-Carlo-Simulation und vieles, vieles mehr. Und eben auch ein professionelles dermatologisches Lasersystem!   Fazit: Laser ist nicht gleich Laser! Tattoo ist nicht gleich Tattoo! Und Haut ist nicht gleich Haut! Und manchmal muss man den Tattoo-Kunden auch einfach wieder nach Hause schicken, weil der Laser kein Radiergummi und das Tattoo für die Ewigkeit gedacht ist…         Wir empfehlen die Publikation und unsere Quelle Nd:YAG (1064 -nm) picosecond laser vs. Nd:YAG (1064 -nm) nanosecond laser in tattoo removal: A randomized controlled single - blind clinical trial von: 1. F. Pinto, Pinto Medical Spa, Centro Laser Dermatologico Roma, Roma, Italia 2. C. Raulin und S. Große-Büning, Laserklinik Karlsruhe und Medizinisches Versorgungszentrum, Karlsruhe, Germany 3. S. Karsai, Department of Dermatology, Klinikum Darmstadt, Darmstadt, Germany und Department of Dermatology, University Hospital Greifswald, Ferdinand-Sauerbruchstraße, Greifswald, Germany 5. C. Weiss, Department of Medical Statistics, Biomathematics and Information Processing, Medical Faculty Mannheim, Heidelberg University, Mannheim, Germany 6. W. Bäumler, Department of Dermatology, Regensburg University Hospital, Regensburg, Germany 7. M. Fecht, Department of Dermatology, Venereology and Allergy, University Medical Centre Mannheim, Centre of Excellence of Dermatology of Baden-Württemberg, Ruprecht -Karls -University of Heidelberg, Mannheim, Germany …einmal in Ruhe und ausführlich zu lesen.   Ein wissenschaftliches Editorial ist hierzu im British Journal of Dermatology (BJD) zu finden: http://www.laserklinik.de/fileadmin/user_upload/laserklinik/pubpub/bjd_14696_Rev_EV.PDF   .
Laser Tattooentfernung
"Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Kordula Schulz-Asche, Nicole Maisch, Maria Klein-Schmeink, Elisabeth Scharfenberg, Dr. Franziska Brantner, Katja Dörner, Kai Gehring, Ulle Schauws, Tabea Rößner, Doris Wagner, Beate Walter-Rosenheimer und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an die Deutsche Bundesregierung:         Deutscher Bundestag 18. Wahlperiode   Drucksache 18/10304 vom 09.11.2016  Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt!   Gegenwärtig werden sehr leistungsfähige Laser- und IPL (Intense Pulse Light) -Geräte insbesondere zur Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen und Tattoos verwendet. Diese Behandlungen, die rein kosmetischen Zwecken dienen, werden auch durch medizinische Laien insbesondere in Kosmetik- und Tattoostudios angeboten. Dabei sind derartige Anwendungen nicht ohne medizinische Risiken. So wies etwa das Bundesinstitut für Risikobewertung 2015 auf mögliche Zellschäden durch die Laser-Entfernung von Tattoo-Pigmenten hin (Pressemitteilung Nr. 21/2015 vom 13. August 2015). Auch das Bundesamt für Strahlenschutz machte auf mögliche gesundheitliche Risiken bei der Verwendung dieser Geräte aufmerksam: http://www.bfs.de/DE/themen/opt/laser/anwendung/medizin/medizin.html Berichtet werden darüber hinaus schwere Verbrennungen oder Narbenbildungen als mögliche Folgen einer nicht sachkundigen Anwendung der Geräte (DermaForum Nr. 7/8 2016). Auch die Diagnose oder Therapie von Hautkrebserkrankungen könne durch die nicht sachkundige Entfernung zum Beispiel von Muttermalen und Pigmentstörungen verzögert oder gar verhindert werden. Unklar ist insbesondere auch, ob die Patientinnen und Patienten bzw. die Verbraucherinnen und Verbraucher über diese Risiken der Behandlung hinreichend aufgeklärt werden.   Wir fragen die Bundesregierung: 1. Welches sind nach Kenntnis der Bundesregierung die häufigsten dermatologischen Anwendungsfelder für Laser- und IPL (Intense Pulse Light)-Geräte? 2. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Zahl der jährlich unter Verwendung von Lasergeräten entfernten Tattoos? 3. Inwieweit sieht die Bundesregierung mögliche Gesundheitsgefahren durch die Entfernung von Tattoos mittels Laser, insbesondere bei nicht fachgerechter Handhabung der Geräte? 4. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Zahl der medizinischen Komplikationen bei der Nutzung von Laser- oder IPL-Geräten durch medizinische Laien im Rahmen von kosmetischen Behandlungen (zum Beispiel Entfernung von Tattoos von Pigmentstörungen)? Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Drucksache 18/10304 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 5. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Zahl der medizinischen Komplikationen bei der Laser-Entfernung von Muttermalen durch medizinische Laien? 6. Durch wen werden derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung Laser- oder IPL-Geräte zur Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen sowie Tattoos verwendet? 7. Wie bewertet die Bundesregierung das Angebot zur Laser-Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen und Tattoos durch medizinische Laien unter dem Aspekt des Patienten- und Verbraucherschutzes? 8. a) Welche Qualifikationen und Qualifikationsnachweise sind jeweils zur Laser-Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen und Tattoos im Rahmen von kosmetischen Behandlungen notwendig? b) Inwieweit sind medizinische Kenntnisse zur kosmetischen Laser-Entfernung insbesondere von Muttermalen und Pigmentstörungen notwendig? 9. Inwieweit wird nach Kenntnis der Bundesregierung vor einer Laser-Entfernung von Muttermalen und Pigmentstörungen durch medizinische Laien eine ärztliche Beratung und Begutachtung durchgeführt und ist diese aus Sicht der Bundesregierung notwendig? 10. Unterliegen die zur Entfernung von Tattoos, Muttermalen oder Pigmentstö- rungen a) im Kosmetikstudio benutzten Geräte dem Medizinproduktegesetz oder dem Produktsicherheitsgesetz? b) in der Arztpraxis benutzten Geräte dem Medizinproduktegesetz oder dem Produktsicherheitsgesetz? 11. Welche rechtlichen und praktischen Konsequenzen für den Umgang mit diesen Geräten hat die jeweilige Einstufung nach dem Medizinproduktegesetz bzw. nach dem Produktsicherheitsgesetz? 12. Inwieweit reichen die Anforderungen im Hinblick auf Fach- und Sachkunde an die an den entsprechenden Geräten tätigen Personen aus Sicht der Bundesregierung aus? 13. Inwieweit werden nach Kenntnis der Bundesregierung Laser- und IPL-Geräte als Medizinprodukte reguliert? 14. Welche Möglichkeiten haben Verbraucherinnen und Verbraucher bzw. Patientinnen und Patienten, sich unabhängig und neutral über mögliche Risiken einer Entfernung von Tattoos, Pigmentstörungen und Muttermalen mittels Laser zu informieren? 15. Inwieweit werden die Verbraucherinnen und Verbraucher durch die jeweiligen Anbieter nach Kenntnis der Bundesregierung über die möglichen Gesundheitsrisiken einer Anwendung von Laser- und IPL-Geräten im Rahmen einer kosmetischen Behandlung aufgeklärt? Berlin, den 8. November 2016 Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion"   Zitat/ Quelle: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/103/1810304.pdf     Was ist eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung? Als Kleine Anfrage bezeichnet man eine auf wenige Punkte begrenzte Fragestellung eines Parlamentariers an die Exekutive, beispielsweise eines Bundestagsabgeordneten an die Regierung. Sie ist ein Instrument der parlamentarischen Kontrolle. In deutschen Parlamenten kommen Kleine Anfragen im Bundestag und in den Landesparlamenten vor, die an die jeweilige Bundes- oder Landesregierung gerichtet sind. Die Fristen für die Beantwortung durch die Regierung liegen zwischen acht Tagen (Hamburg) und sechs Wochen (Hessen), wobei in der Regel keine aufwendigen Recherchen durchgeführt werden. Die Antworten beruhen auf den Fakten, die der Regierung aktuell vorliegen. Kleine Anfragen sind hauptsächlich ein Instrument der Opposition, die damit auch die jeweilige Regierung kontrollieren will; oftmals fordert sie Rechenschaft über bestimmte Handlungen, oder sie will Begründungen, warum bestimmte Maßnahmen nicht ergriffen wurden. Außerdem kann sie so Partikularinteressen ihrer Wählerschaft zum Ausdruck bringen, was vordergründig aus wahltaktischen Motiven geschieht. Die Große Anfrage ist umfangreicher, fordert eine ausführlichere Antwort und muss oft durch eine Fraktion beantragt werden.   Zitat/ Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Anfrage_(Deutschland)   Die Antwort der Bundesregierung auf die "Kleine Anfrage" von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  finden Sie hier als Zitat (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/105/1810537.pdf)   Deutscher Bundestag Drucksache 18/10537 18. Wahlperiode 01.12.2016 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Kordula Schulz-Asche, Nicole Maisch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/10304 – Patientensicherheit, mögliche Gesundheitsrisiken und Aufklärung bei der Nutzung von Lasergeräten zur kosmetischen Anwendung   V o r b e m e r k u n g  d e r F r a g e s t e l l e r Gegenwärtig werden sehr leistungsfähige Laser- und IPL-Geräte (IPL: Intense Pulse Light) insbesondere zur Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen und Tattoos verwendet. Diese Behandlungen, die rein kosmetischen Zwecken dienen, werden auch durch medizinische Laien insbesondere in Kosmetik- und Tattoostudios angeboten. Dabei sind derartige Anwendungen nicht ohne medizinische Risiken. So wies etwa das Bundesinstitut für Risikobewertung im Jahr 2015 auf mögliche Zellschäden durch die Laser-Entfernung von Tattoo-Pigmenten hin (Pressemitteilung Nr. 21/2015 vom 13. August 2015). Auch das Bundesamt für Strahlenschutz machte auf mögliche gesundheitliche Risiken bei der Verwendung dieser Geräte aufmerksam (www.bfs.de/DE/ themen/opt/laser/anwendung/medizin/medizin_node.html). Berichtet werden darüber hinaus schwere Verbrennungen oder Narbenbildungen als mögliche Folgen einer nicht sachkundigen Anwendung der Geräte (DermaForum Nr. 7/8 2016). Auch die Diagnose oder Therapie von Hautkrebserkrankungen könne durch die nicht sachkundige Entfernung zum Beispiel von Muttermalen und Pigmentstörungen verzögert oder gar verhindert werden. Unklar ist insbesondere auch, ob die Patientinnen und Patienten bzw. die Verbraucherinnen und Verbraucher über diese Risiken der Behandlung hinreichend aufgeklärt werden.   1. Welches sind nach Kenntnis der Bundesregierung die häufigsten dermatologischen Anwendungsfelder für Laser- und IPL-Geräte? In der Dermatologie werden Laser insbesondere zur Behandlung und Entfernung oberflächlicher Missbildungen oder Läsionen des Gefäßsystems wie z. B. sogenannte Feuermale oder Besenreiser sowie zum Abtragen von Narbengewebe oder zur Faltenminderung eingesetzt. Zunehmend werden Laser zur Entfernung von Tätowierungen verwendet. Ein relevantes Einsatzgebiet im kosmetischen Bereich sowohl für Laser als auch für IPL-Geräte ist die lang anhaltende Entfernung unerwünschten Haarwuchses (Epilation).   2. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Zahl der jährlich unter Verwendung von Lasergeräten entfernten Tattoos? Der Bundesregierung liegen keine Zahlen bezüglich der jährlich unter Verwendung von Lasergeräten entfernten Tattoos vor. Diese Art der Anwendung unterliegt keiner Registrierung.   3. Inwieweit sieht die Bundesregierung mögliche Gesundheitsgefahren durch die Entfernung von Tattoos mittels Laser, insbesondere bei nicht fachgerechter Handhabung der Geräte? Für die Entfernung von Tattoos werden Laser der höchsten Risikoklassen eingesetzt. Bei nicht fachgerechter Handhabung der Geräte bestehen Risiken für die Haut und die Augen. Da bei dieser Anwendung mit Wellenlängen optischer Strahlung gearbeitet wird, die im Auge die Netzhaut erreichen, sind bei nicht fachgerechter Handhabung und mangelndem Augenschutz bleibende Schäden an der Retina möglich. An der Haut steht die Gefahr für Verbrennungen, unter Umständen mit bleibender Narbenbildung, im Vordergrund. Abhängig von der Art des Lasers können bei der Zersetzung organischer Pigmente aus Tattoos unterschiedliche toxische Verbindungen entstehen. Welche Verbindungen jeweils in welchem Umfang entstehen und ob diese Spaltprodukte ein Gesundheitsrisiko darstellen, ist Gegenstand toxikologischer Untersuchungen.   4. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Zahl der medizinischen Komplikationen bei der Nutzung von Laser- oder IPL-Geräten durch medizinische Laien im Rahmen von kosmetischen Behandlungen (zum Beispiel Entfernung von Tattoos von Pigmentstörungen)? Auftretende Komplikationen bei der Nutzung von Laser- oder IPL-Geräten durch medizinische Laien im Rahmen von kosmetischen Behandlungen werden nicht systematisch erfasst. Im Rahmen der Ressortforschung des Bundesumweltministeriums wird derzeit eine deutschlandweite repräsentative Umfrage zu Nebenwirkungen bei Anwendungen optischer Strahlung in der Kosmetik durchgeführt. Ergebnisse der Umfrage sind im März 2017 zu erwarten.   5. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Zahl der medizinischen Komplikationen bei der Laser-Entfernung von Muttermalen durch medizinische Laien? Der Bundesregierung liegen keine Informationen über die Zahl der von Laien durchgeführten Entfernungen von Muttermalen mittels Lasern oder über die Zahl dabei auftretender Komplikationen vor.   6. Durch wen werden derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung Laser- oder IPL-Geräte zur Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen sowie Tattoos verwendet? Nach Kenntnis der Bundesregierung werden Laser- oder IPL-Geräte sowohl von Ärzten/Ärztinnen als auch von Fachkosmetiker/innen mit oder ohne fachärztliche Aufsicht und auch von Personen ohne eine vergleichbare Ausbildung verwendet. Viele Kosmetikstudios beschränken sich auf bestimmte Anwendungen wie die Epilation mit IPL-Geräten. Nach geltender Rechtslage ist jedoch auch die Behandlung von Muttermalen, Pigmentstörungen oder die Entfernung von Tattoos durch Personen ohne medizinische Ausbildung möglich. Insbesondere die Entfernung von Tattoos wird in manchen Tattoostudios angeboten.   7. Wie bewertet die Bundesregierung das Angebot zur Laser-Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen und Tattoos durch medizinische Laien unter dem Aspekt des Patienten- und Verbraucherschutzes? Auf die Antworten zu den Fragen 8a und 8b sowie 14 wird verwiesen.   8. a) Welche Qualifikationen und Qualifikationsnachweise sind jeweils zur Laser-Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen und Tattoos im Rahmen von kosmetischen Behandlungen notwendig? Bei der Arbeit mit leistungsstarken Lasern der Klassen 3B und 4, wie sie für die hier genannten Anwendungen erforderlich sind, sind die einschlägigen Vorschriften des Arbeits- und Unfallschutzes einzuhalten, z. B. Laserschutzkurse, Laserschutzbeauftragter. Es gilt die Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV). Spezifische Qualifikationen und Qualifikationsnachweise zur Entfernung von Muttermalen, Pigmentstörungen und Tattoos mittels Lasern im Rahmen von kosmetischen Behandlungen sind nicht vorgeschrieben. Notwendig im Sinne des Verbraucherschutzes sind aus Sicht der Bundesregierung solide anwendungsspezifische Fachkenntnisse und praktische Erfahrung (siehe auch Antwort zu Frage 12). b) Inwieweit sind medizinische Kenntnisse zur kosmetischen Laser-Entfernung insbesondere von Muttermalen und Pigmentstörungen notwendig? Insbesondere bei der Behandlung pigmentierter Hautveränderungen sind medizinische Fachkenntnisse und Erfahrung in der Diagnose von Hautkrebs fachlich eigentlich erforderlich (aber derzeit nicht vorgeschrieben), um die unsachgemäße „Anbehandlung“ eines malignen Melanoms auszuschließen. Es muss auch beurteilt werden können, ob für die Entfernung des Muttermals oder der Pigmentstö- rung der Laser überhaupt das geeignete Mittel ist oder andere Methoden wie z. B. die klassische Exzision sinnvoller sind.   9. Inwieweit wird nach Kenntnis der Bundesregierung vor einer Laser-Entfernung von Muttermalen und Pigmentstörungen durch medizinische Laien eine ärztliche Beratung und Begutachtung durchgeführt, und ist diese aus Sicht der Bundesregierung notwendig? Informationen darüber, inwieweit bei einer Entfernung von Muttermalen und Pigmentstörungen durch Laien mittels Laser vorab eine ärztliche Beratung und Begutachtung durchgeführt wird, liegen der Bundesregierung nicht vor (siehe auch Antwort zu Frage 5). Aus Sicht der Bundesregierung ist eine solche Beratung und Begutachtung vor der Behandlung pigmentierter Hautveränderungen mit Lasern oder IPL-Geräten medizinisch notwendig (siehe auch Antwort zu Frage 8b).    10. Unterliegen die zur Entfernung von Tattoos, Muttermalen oder Pigmentstörungen a) im Kosmetikstudio benutzten Geräte dem Medizinproduktegesetz oder dem Produktsicherheitsgesetz, b) in der Arztpraxis benutzten Geräte dem Medizinproduktegesetz oder dem Produktsicherheitsgesetz? Gemäß der Legaldefinition in § 3 Nummer 1 des Medizinproduktegesetzes (MPG), die auf der europäischen Richtlinie 93/42/EWG über Medizinprodukte des Rates vom 14. Juni 1993 beruht, ist ein Produkt als Medizinprodukt einzustufen, wenn es vom Hersteller zur Anwendung für Menschen zum Zwecke a) der Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten, b) der Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen, c) der Untersuchung, der Ersetzung oder der Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs oder d) der Empfängnisregelung bestimmt ist und seine bestimmungsgemäße Hauptwirkung nicht pharmakologischer bzw. immunologischer Natur ist oder durch Metabolismus erreicht wird. Im Zusammenhang mit der Auslegung des unter Buchstabe c aufgeführten Zwecks „Untersuchung eines physiologischen Vorgangs“ hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass ein Gegenstand nur dann unter den Begriff „Medizinprodukt“ fällt, wenn er vom Hersteller für einen medizinischen Zweck bestimmt ist (EuGH, Urteil vom 22. November 2012, RS C-219/11). Das Medizinproduktegesetz (MPG) ist gegenüber dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) die speziellere Rechtsvorschrift. Daher ist zunächst zu prüfen, ob das jeweilige Gerät in den Anwendungsbereich des MPG fällt. Ist dies der Fall, kommt das ProdSG nicht zur Anwendung (vgl. § 1 Absatz 3 Nummer 5 ProdSG). Fällt es hingegen nicht in den Anwendungsbereich des MPG, unterliegt es dem ProdSG. Die Unterscheidung, ob die genannten Geräte in einem Kosmetikstudio oder in einer Arztpraxis angewendet werden, hat keinen Einfluss auf die rechtliche Produkteinstufung. Die rechtliche Einordnung eines Laser- oder IPL-Gerätes hängt vielmehr davon ab, mit welcher Zweckbestimmung es vom Hersteller in den Verkehr gebracht wird.   11. Welche rechtlichen und praktischen Konsequenzen für den Umgang mit diesen Geräten hat die jeweilige Einstufung nach dem Medizinproduktegesetz bzw. nach dem Produktsicherheitsgesetz? Nur wenn ein Gerät als Medizinprodukt im Sinne des MPG einzustufen ist, gilt für dessen gewerbliche bzw. professionelle Anwendung zu medizinischen Zwecken die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Danach wird unter anderem verlangt, dass Medizinprodukte nur von Personen errichtet, betrieben, angewendet und in Stand gehalten werden dürfen, die die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen (§ 2 Absatz 2 MPBetreibV). Die Medizinprodukte-Betreiberverordnung findet gemäß § 2 Absatz 2 in Verbindung mit § 14 Satz 1 MPG auch Anwendung auf Laser- und IPL–Geräte, die nicht als Medizinprodukte in Verkehr gebracht wurden, aber mit der Zweckbestimmung eines Medizinproduktes im Sinne der Anlage 1 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung eingesetzt werden. Das ProdSG regelt die Bereitstellung von Produkten auf dem Markt. Es adressiert seine Pflichten daher ausschließlich an die Wirtschaftsakteure Hersteller, deren Bevollmächtigte, Importeure und Händler. Vorschriften, die sich an die späteren Benutzer der Produkte richten, trifft das ProdSG hingegen nicht und können auf der Grundlage des ProdSG auch nicht getroffen werden.   12. Inwieweit reichen die Anforderungen im Hinblick auf Fach- und Sachkunde an die an den entsprechenden Geräten tätigen Personen aus Sicht der Bundesregierung aus? Die Bundesregierung sieht es als erforderlich an, die anwendungsspezifischen Anforderungen im Hinblick auf Fach- und Sachkunde der Personen, die Laser und andere optische Strahlungsquellen zu kosmetischen Zwecken am Menschen einsetzen, gemäß § 5 des Gesetzes zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG) zu konkretisieren. Dies umfasst unter anderem fundierte Kenntnisse über die Wirkungen optischer Strahlung, Wahl und Handhabung der eingesetzten Strahlenquellen, das Erkennen von Fehleinstellungen oder Gerätedefekten sowie theoretische und praktische Fähigkeiten zur Beurteilung der für die Festlegung der Behandlungsparameter relevanten Bedingungen der Haut, insbesondere jedoch Fähigkeiten zum Erkennen von Risiken und von Ausschlusskriterien im individuellen Behandlungsfall. Dies entspricht einer Empfehlung der Strahlenschutzkommission zum Thema „Gefährdungspotential bei der Anwendung von Lasern und anderen optischen Strahlungsquellen an der menschlichen Haut“, die am 11./12. Februar 2016 verabschiedet wurde.    13. Inwieweit werden nach Kenntnis der Bundesregierung Laser- und IPL-Geräte als Medizinprodukte reguliert? Auf die Antwort zu Frage 10 wird verwiesen.   14. Welche Möglichkeiten haben Verbraucherinnen und Verbraucher bzw. Patientinnen und Patienten, sich unabhängig und neutral über mögliche Risiken einer Entfernung von Tattoos, Pigmentstörungen und Muttermalen mittels Laser zu informieren? Im Hinblick auf mögliche Risiken der Tattooentfernung mittels Laser stehen Verbraucherinnen und Verbrauchern unabhängige wissenschaftliche Informationen zur Verfügung, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Rahmen der Risikokommunikation veröffentlicht hat (www.bfr.bund.de). Weiter werden mögliche Risiken, die von einer Entfernung von Tattoos (einschließlich Laserentfernung) ausgehen können, im Rahmen der Informationsmaßnahme des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu Tätowierungen thematisiert (www.safer-tattoo.de).   15. Inwieweit werden die Verbraucherinnen und Verbraucher durch die jeweiligen Anbieter nach Kenntnis der Bundesregierung über die möglichen Gesundheitsrisiken einer Anwendung von Laser- und IPL-Geräten im Rahmen einer kosmetischen Behandlung aufgeklärt? Der Bundesregierung liegen keine belastbaren Informationen vor.   .
Dr med Hans Oliver Weber Copyright 2016
Dr. med. Oliver Weber aus Nürnberg behandelt seit ca 8 Jahren zunächst in anderen Laserzentren und seit 2012 im eigenen Hautarzt- und Laserzentrum Noris Dermatologie verschiedenste Arten von Tätowierungen mit unterschiedlichen Lasersystemen. Über seine Erfahrungen im Umgang mit diesen Lasersystemen und die jüngsten Entwicklungen zu Tattoos, der Laser-Dermatologie und der wachsende Nachfrage in der Laserbehandlung sprach Dr. Weber mit DocTattooentfernung.     1. Herr Dr. Weber, bitte stellen Sie sich und Noris Dermatologie Nürnberg in kurzen Sätzen vor. Die Noris Dermatologie ist ein großes Hautarzt- und Laserzentrum mit besonderer Expertise im Bereich ästhetischer Laserbehandlungen (Rosacea, Besenreiser, Narben, störende Hautveränderungen, Tattooentfernung). Seit kurzem verfügen wir über den Picoway Laser, einen Pikosekunden Laser der neuesten Generation zur Entfernung von Tattoos.       2. Die Tätowierung und das Permanent Make-up ist in unserer westlichen Gesellschaft heutzutage nicht mehr wegzudenken. Wie ist Ihre persönliche Einstellung gegenüber den allerorts gezeigten Hautverzierungen? Haben Sie eventuell selbst eine Tätowierung oder würden Sie sich eine stechen lassen? Tätowierungen sind natürlich immer Geschmackssache. Dabei sind die Motive der Tätowierungen sehr unterschiedlich. Eindrucksvoll sind etwa Tattoos ehemaliger Angehöriger der französischen Fremdenlegion oder Yakusas. Hier in Nürnberg trägt manch Fußballfan voller Stolz das Symbol unseres „Clubs“. Es stellen sich auch viele Patienten mit „Jugendsünden“ vor, z.B. unter Einfluß von Alkohol wird da schon mal der Name der Exfreundin tätowiert, dann leider auch noch unter Weglassen einzelner Buchstaben… Der Wunsch, derartige Tattoofehler zu entfernen ist dann sehr gut verständlich (wobei ich das Club-Tattoo nicht als Fehler im eigentlichen Sinne sehe ;-) Wir haben auch viele Nachfragen von jungen Leuten, die bei der Bundeswehr oder bei der Polizei anfangen und daher ihre Tattoos möglichst schnell entfernen lassen möchten. Ein generelles Problem ist, dass sich Farbe und Form von Tattoos -dem Gesetz der Schwerkraft folgend- im Laufe des Lebens stark verändern können.   3. Würden Sie unseren Lesern bitte erläutern, wie die Behandlung mit dem Laser in Ihrer Praxis typischerweise abläuft, wenn sich ein Patient ein Tattoo entfernen lassen möchte? Welches ist Ihr bevorzugtes Lasersystem? Wir setzen seit kurzem das System Picoway der Firma Syneron Candela ein. Es handelt sich um einen besonders leistungsstarken und variablen Pikosekunden-Laser. Seine verschiedenen Wellenlängen und kurzen Impulsbreiten machen es möglich jegliche Farben zu behandeln. Für eine vollständige Tattooentfernung sind bei diesem System verhältnismäßig wenig Behandlungen notwendig, auch wenn die Anzahl der notwendigen Sitzungen schwer vorherzusehen ist. In der Regel benötigt man zwischen 4-8 Sitzungen, je nach Tattoo-Farbe. Das ist ca. die Hälfte, die mit bisherigen Systemen nötig waren. Eine Sitzung dauert, aufgrund der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten des Picoway nur wenige Minuten. Die Haut wird zur Schmerzreduktion mit einer Betäubungscreme und kalter Luft behandelt, was sehr gut funktioniert. Die Behandlungskosten richten sich nach der Behandlungsfläche und liegen zwischen 200 und 500 Euro pro Behandlung. Nach der LAserbehandlung kann es zu Krusten kommen, die aber schnell abheilen. Die Sonne sollte an der behandelten Stelle für wenige Wochen gemieden und / oder UV-Schutzcreme angewendet werden.   4. Was passiert physiologisch, wenn das Laser-Licht auf die Haut gerichtet wird? Die bisher verwendeten Nd:YAG-, Rubin-, und Q-switched-Laser funktionieren nach dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Durch die Absorption (Aufnahme) von energiereichem Licht kommt es zur Erhitzung und thermischen Zerstörung des Zielgewebes. Ein Pikosekundenlaser arbeitet anders. Die kürzeren Impulse ermöglichen ihm, die Farbe durch einen photoakustischen Effekt zu zerstören (Schockwelle), ohne daß dabei viel Hitze entsteht. Dadurch werden Farbpigmente in kleinere Stücke zerteilt und vom Körper abtransportiert. Im Gegensatz zu anderen Lasern kommt es bei der Anwendung eines Pikosekundenlasers zu einer deutlich geringeren Narbenbildung.   5. Welche Patientengruppen kommen zu Ihnen hauptsächlich in die Praxis, um sich lasern zu lassen? Hier kann ich nur schätzen. Vermutlich 80% mögen Ihr Tattoo gar nicht mehr, 10% möchten aus beruflichen Gründen eine Entfernung, 10% möchten eine Vorbereitung zum CoverUp-Tattoo. Ich arbeite dafür mit Tätowierern aus der näheren Umgebung zusammen.    6. Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung der Nachfrage in den Praxen/ Kliniken auf dem Gebiet der Pigment-Laser-Dermatologie ein? Die Entwicklung im Bereich Laser-Dermatologie geht immer weiter, was wir ja jetzt an den Pikosekundenlasern sehen. Die Nachfrage an Laserbehandlungen wird immer größer. Die Entfernung von Pigmenten durch nicht invasive Verfahren wird immer mehr nachgefragt. Ich erwarte von den Herstellern, dass die Entwicklung immer weiter geht und man immer mehr neue Laser bekommt, die Behandlungszeiten verkürzen und Nebenwirkungen verringern. Bei der Auswahl des richtigen Systems muss man sich von den Firmen gut und professionell beraten lassen. Ich habe mich für den Picoway entschieden, da mich das System am meisten überzeugt hat, ich mich von der Firma sehr gut betreut fühle und alle meine Fragen und Probleme immer professionell gelöst werden. Gerade bei der Investition in einen Pikosekundenlaser ist die Firma inklusive technischen Service ein wichtiger Punkt.   7. Was können Patienten tun, um den Behandlungsprozess selbst noch zu unterstützen? Direkt nach der Behandlung sollte eine mittelstarke bis starke Kortison-haltige Creme aufgetragen werden. Diese kann nur von Ärzten verschrieben werden. Die weitere Behandlung sollte mit antibakteriellen Cremes erfolgen. Ich glaube nicht, dass man mit handgemixten Tees und ähnlichen Mittelchen das Tattoopigment aus dem Körper entfernen kann. Von derartigen Angeboten sollte man Abstand nehmen.   8. Wir haben in den letzten Jahren bei der Arzt- und Netzwerk-Akquise für DocTattooentfernung.com häufig festgestellt, dass viele Hautärzte in D/A/CH kaum Bezug zu professionellen Tätowierern und ihren Studios haben. Geschweige denn genaueren Kenntnisstand über verwendete Tattoo- und Permanent Make-up Mittel haben. Wie und was sollte man unbedingt ändern? Gerade im Hinblick auf die Laserbehandlung und eine mögliche Zusammenarbeit mit der Tattoo-Branche? Ein Problem ist das Überstechen von Muttermalen. Die Beurteilung, ob ein Muttermal entartet oder nicht, ist bei tätowierten Muttermalen äußerst schwierig. Es kann auch sein, dass auf einem bereits vorbestehenden Tattoo ein Muttermal entsteht und dann nicht analysiert werden kann. Insbesondere Menschen mit vielen Muttermalen oder Menschen, in deren Familie schon mal ein Hautkrebs vorgekommen ist, sollten sich gut überlegen, ob für sie ein großflächiges Tattoo das richtige ist. Unter Umständen kann das -so muss man das formulieren- lebensgefährlich sein. Ich empfehle jedem Tätowierer, bei dem Überstechen von Muttermalen sehr zurückhaltend zu sein und bei Unklarheiten ihre Kunden vorher bei einem Hautarzt vorzustellen. Ich persönlich arbeite diesbezüglich auch gerne mit Tattoo-Studios zusammen.  Youtube-Werbevideo zum Picoway Lasersystem von Syneron Candela https://youtu.be/wwe9iytAY1g .

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